HERREN – Vorstellungsrunde!

HERREN – Vorstellungsrunde!

Ein Sommerloch hatten wir fürwahr keines. Obwohl man im Frühling, kurz nach Saisonende, sich durchaus hatte Gedanken machen müssen, wie die bevorstehende Meisterschaft mit der abgemagerten Truppe zu meistern sei. Die Atmosphäre war doch von ziemlicher Nervosität durchwirkt, als beim Abschlussessen diverse Herren ihren Rücktritt bekanntgaben oder wenigstens androhten. Mit Mike und Schabi verliessen uns definitiv zwei altgediente und verdienstvolle Routiniers, die den Verein und dessen Geschichte nicht nur als Präsident und Kassier wesentlich mitgeprägt haben. Aus Gründen der körperlichen Lädiertheit und Selbstunterschätzung wollten sie das Feld grossherzig den Jungen überlassen. Aber welchen Jungen denn? Einziger Jüngling zu jenem Zeitpunkt war der die marxistische Revolution anstrebende Aaron, der sich aber Bedenkzeit ausbedingte, weil eventuell Auslandaufenthalt und Studium und überhaupt… (Nun, inzwischen wissen wir, dass er doch eher nach Höherem als proletarischem Dasein strebt und bei einem höherklassigen Verein untergekommen ist, dessen Name ihn allerdings immerhin ansatzweise in das Milieu der Fabrikarbeiter rückt.) Neben den genannten drei Rücktritten kam jene von Simu hinzu, unserem langjährigen treuen Passeur, der sich nur noch als absoluten Notnagel betrachtete, das heisst, eigentlich gerne aufhören wollte, den Mut zu diesem Bekenntnis aber nicht aufzubringen vermochte. Und schliesslich liess unser Mentor Lexu wertvolle Zeit verstreichen, bis er imstande war, uns offen und ehrlich zu kommunizieren, ob er bei der Freude am Volleyball noch zuverlässig mittun wolle oder nicht – wofür wir ihm selbstverständlich viel Verständnis entgegenbrachten.

Kurzum: Wir hatten ein fixes Kader von fünf Spielern. Das hätte durchaus brenzlig werden können. So wurden hektisch Massnahmen getroffen, Inserate geschaltet, eine polnische Reaktivierung erfolglos versucht und anderes. Aber eben: über den Sommer stopfte sich das personelle Loch ziemlich unverhofft – wir zapften einfach beim grossen Nachbarn Uni Bern an. Nachdem nach einigem Hin und Her feststand, dass sich die dortige Viertligamannschaft auflöste, wurden wir beinahe überrannt mit Anfragen von verzweifelten Burschen, die ein neues Zuhause suchten. Nun, wir haben natürlich nicht jeden genommen. Nach harter Selektion entschieden wir uns für den verschmitzten Tim, den Ruhepool Hogi sowie für Micha, der sich zwar Mischa nennt, aber nicht Mischa geschrieben werden will. Damit war eigentlich schon viel erreicht. Doch damit nicht genug. Ferner erfreuten uns die beiden Beachboys Stefu und Michu, die schon seit einer Weile bei uns mittrainierten, mit ihrer Zusage, für die kommende Überwinterung den geschmeidigen Sand unter den Füssen gegen Hartgummi austauschen und als Hallenneulinge die Bewährungsprobe suchen zu wollen. Ausserdem stiess dadurch Simeon, geködert von seinem Bruder Michu, zu uns. Aber auch damit noch nicht genug. Etwas vor dem ganzen Trubel war nämlich Adrian, der einsame Wolf aus Rumänien, aufgetaucht. Er war für kurze Zeit gar unsere einzige Passeurhoffnung gewesen, bevor wir am Ende deren drei vorzuweisen hatten.

Ungefähr so kam es also, dass unsere Gegner nun im besten Fall das nervige „Liebefeld go go!“ aus insgesamt vierzehn Kehlen entgegengebrüllt bekommen werden. Die nahezu Verdreifachung des Kaders ist natürlich höchst erfreulich, bringt Zuversicht und Aufschwung mit sich, birgt aber freilich auch Herausforderungen, denn wie schweisst man ein Team zusammen, das gerade mal zur Hälfte aus Ehemaligen besteht und sich erst im Laufe des August formiert hat? Die folgenden Monate werden es zeigen.

Wer sich nach all diesen ausschweifenden Bemerkungen ein knackiges Bildnis dieser Heerschar machen möchte, sei auf das neue Mannschaftsfoto verwiesen, wo der Grossteil der neuen Gesichter sowie der aktuelle Stand der alten Visagen zu bestaunen ist.

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