HERREN – Surf’n’Turf

HERREN – Surf’n’Turf

22:25, 22:25, 25:22, 25:14, 11:15

Die finalen Punkte des dritten Satzes waren der Dosenöffner der Partie für uns. Die Dose enthielt zwar keinen Kaviar, denn ein Sieg resultierte letztlich immer noch nicht. Aber um die versalzten Sardellen kamen wir ebenso herum. Ergo: der erste Punkt der Saison ist endlich eingesackt!

Dabei hätte Muristalden auch einen raschen 3:0 Sieg einfahren können, vielleicht sogar müssen. 20:22 stand es aus unserer Sicht Ende des dritten Umgangs. Man lag bereits mit 0:2 Sätzen hinten, beide verloren mit der zweitminimalsten Differenz von 22:25. Da hätte man sich auch fatalistisch einem weiteren identischen Satzergebnis hingeben können. Doch es fügte sich anders. Yannis betrat die Servicezone und verliess diese erst wieder nach dem Abpfiff des Schiedsrichters. Nicht dass seine Anschläge allesamt Asse oder Servicewinner gewesen wären. Doch legten sie die starke Basis für eine Fünfpunkteserie, in der wir auf einmal unbeschwert-kämpferisch auftraten und uns die benötigten Punkte gleich in toto angelten.

Der Feierabend war fürs erste verschoben, die Partie neu lanciert. Und das war gut so – offensichtlich auch aus Muristaldener Sicht. Denn erst jetzt nahm die jederzeit sehr faire Angelegenheit jene Atmosphäre und Intensität an, die Spieler beider Mannschaften nachträglich als „geil“ bezeichneten. Davor waren vor allem wir etwas lau aufgetreten. Insbesondere der erste Satz zeigte sich wieder einmal durchzogen wie ein sehniges Steak. Kaum hatten wir ein paar delikate Momente erwischt, wurden wir von einer zähen Fettader gebremst und agierten träge bis fahrig. Oft mit begrüssenswert variablem, aber letztlich doch fehlerhaftem Angriffsspiel. In der Defense mit löchrigem Auffangnetz. Da auch Muristalden wiederkehrende Schwächephasen aufwies, blieb das Geschehen zumindest einigermassen ausgeglichen, im zweiten Satz dann auch mit abwechselnden Führungsphasen.

Nach der Wende im Dritten waren wir aber geradezu euphorisiert, die Stimmung eine ganz aufgeweckte. Unser vom Ältesten eingetrichtertes Motto für den vierten Satz: „Surft auf der Welle“. Und wie wir diese Welle ritten! Immer schön die entstandene Dynamik nutzend, fischten wir alle möglichen Bälle, während gleichzeitig unsere blonden Sunnyboys Tim und Mischa den Gegner mit ihren Services zähmten. Man spürte nun auch, dass sich aus dieser zusammengewürfelten Mannschaft doch langsam eine Einheit zu formen beginnt. Das sichtlich perplexe Muristalden war nicht in der Lage zu reagieren – diesen Satz schlachteten wir zu unseren Gunsten aus.

Es ging also in den Fünften. Der Gegner nahm ein paar strategische Wechsel vor, so dass sich das Geschehen sehr ausgeglichen verlief, ohne dass sich ein Team wirklich hätte absetzen können. Beim Stand von 10:10 war dann jedoch der Moment vom gegnerischen Wellenbrecher gekommen: die Nummer 7 entschied praktisch im Alleingang die Partie und liess fast alle verbleibenden Bälle bei uns zu Boden branden – bis auf den allerletzten Punkt, der dann doch noch selbstverschuldet war: Ein Netzroller hangelte sich Richtung Seitenaus, landete schliesslich aber noch innerhalb unserer Grassode. Der verdutzte Grischa, der dem Ball gemächlich nachgeschaut hatte, konnte nur noch schuldbewusst grinsen.  

Fazit: Einmal mehr eine Fünfsatzniederlage gegen Muristalden, die vierte in Folge. Das scheint göttlich besiegelt zu sein. Insofern konnte Muristalden gar nicht 3:0 gewinnen. Wir allerdings auch nicht. Somit gilt die Wette weiterhin, die Chancen sind gestiegen.

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